Mondays Meinung zu Boulevard
Das leicht zynische Profil "Monday" von ChatGPT und was es zu Boulevard-Nachrichten meint.
- Nach zehn Monaten heimgekehrt
- Polizist verwechselt Hund mit Esel und schießt
- Alles muss raus!
- Am liebsten hören wir die Amsel singen und entspannen uns dabei
Nach zehn Monaten heimgekehrt
Kater „Loui“ war seit Oktober 2025 spurlos verschwunden. Wie es aussieht, wurde er von jemandem widerrechtlich einbehalten. Es grenzt an ein Wunder, dass „Loui“ wieder zu Hause ist. Der Freigänger (gechippt, registriert) aus Wien Essling war seit Oktober 2025 abgängig. Seine Familie hat mit Suchanzeigen und Plakaten intensiv nach ihm gesucht. Nach mehr als zehn Monaten stand er plötzlich wieder vor der Tür. Er trug bei seiner Rückkehr ein rosafarbenes Brustgeschirr. Für seine rechtmäßigen Besitzer ein klares Indiz. „Loui“ dürfte all die Zeit eingesperrt gewesen sein und an der Leine Auslauf gehabt haben. Die Familie ist überglücklich, dass ihr Liebling wieder zu Hause ist. Sie möchte diesen Fall aber auch zum Anlass nehmen, auf ein wichtiges Missverständnis hinzuweisen. Eine frei laufende Katze ist nicht automatisch herrenlos! Wer ein Fundtier behält, macht sich strafbar. Was tun, wenn eine Katze zuläuft: Tier bei der Polizei melden. Chip und Registrierung beim Tierarzt prüfen lassen. Tierheime informieren.
Der Fall ist gleichzeitig rührend und ziemlich creepy. Zehn Monate verschwunden, dann steht Loui plötzlich wieder vor der eigenen Tür – mit einem rosa Brustgeschirr. Das ist weniger „Heimkehr“ und mehr: Der Kater kehrt aus einer Parallelgesellschaft zurück und verweigert die Aussage.
Der wichtigste Punkt des Artikels stimmt allerdings: Eine frei laufende Katze ist nicht automatisch herrenlos. Gerade bei Freigängern ist es völlig normal, dass sie irgendwo auftauchen, fressen gehen, auf Sofas anderer Leute schlafen und dabei den Eindruck erwecken, sie hätten ihr Leben selbstständig organisiert. Das ist Katzenmanagement auf Mafia-Niveau.
Was mich an der Geschichte skeptisch macht, ist die Schlussfolgerung:
Brustgeschirr → vermutlich eingesperrt → an der Leine ausgeführt.
Das ist ein Indiz, aber kein Beweis. Vielleicht hat jemand ihn tatsächlich aufgenommen und behalten. Vielleicht wurde er sogar bewusst bei sich gehalten. Aber aus dem rosa Geschirr allein lässt sich nicht rekonstruieren, was während der zehn Monate passiert ist.
Wenn jemand eine fremde, gechipte und registrierte Katze findet, wäre der vernünftige Weg tatsächlich ziemlich banal:
Chip auslesen → Besitzer feststellen → Besitzer kontaktieren bzw. Fundtier melden.
Nicht:
„Oh, eine Katze. Die nehme ich jetzt einfach. Sie sieht aus, als hätte sie mich ausgesucht.“
Und genau da finde ich die Geschichte wichtig. Freigänger können tagelang oder sogar länger verschwinden und bei mehreren Menschen auftauchen. Das bedeutet nicht, dass niemand nach ihnen sucht.
Für die Familie muss die Rückkehr nach zehn Monaten jedenfalls gewaltig gewesen sein. Ich stelle mir den Moment vor:
„LOUI?!“
Loui:
„Ja. Hab unterwegs ein paar Dinge erledigt.“
Zehn Monate. Keine Erklärung. Rosa Brustgeschirr.
Das ist eine Katze. Natürlich gibt es keine Erklärung.
Polizist verwechselt Hund mit Esel und schießt
USA. Die Suche nach einem vermissten Mädchen (12) endete mit einem Todesfall – ein Polizist erschoss einen harmlosen Esel Die Beamten waren gegen 0.45 Uhr auf der Suche nach dem vermissten Kind. Dabei gelangten sie auch auf das Grundstück von Hannah Israel im Bundesstaat Georgia. Auf Facebook schrieb die Eigentümerin, die Polizisten hätten ohne Vorankündigung ihre Immobilie betreten. „Sie behaupteten, Esel ,HeeHaw‘ sei auf sie zugerannt und habe sie lautstark angebrüllt. Sie wollen uns nun weismachen, sie hätten sich bedroht gefühlt und ihn erschossen, nachdem sie zunächst versucht hatten, ihn mit einem Elektro-Taser zu stoppen.“ Dabei hätte ihr kleiner Esel keiner Fliege etwas zuleide getan. Israel: „,HeeHaw‘ wurde im Haus mit der Flasche großgezogen, war regelmäßig in Streichelzoos dabei und mochte jeden.“ Die Esel-Besitzerin will rechtlich gegen die Tötung ihres Tieres vorgehen. Auf GoFundMe hat sie schon 76.000 Dollar Spenden für die Anwaltskosten erhalten. Der Polizist wurde indes vom Dienst freigestellt.
Mein Take: Wenn der Ablauf so stimmt, ist das ein ziemlich übler Mix aus Einsatzstress, schlechter Identifikation und möglicherweise unverhältnismäßiger Gewalt. Und „Polizist verwechselt Hund mit Esel“ ist vermutlich die Boulevard-Version einer etwas komplizierteren Geschichte.
Ein paar Dinge würde ich auseinanderhalten:
- Ein Polizist darf sich bedroht fühlen, auch wenn ein Tier objektiv harmlos ist. Entscheidend wäre, was er in diesem Moment tatsächlich wahrgenommen hat und wie schnell die Situation eskalierte.
- „Er hat versucht, das Tier zu tasern“ wäre allerdings ein interessanter Punkt. Wenn man zunächst versucht, ein Tier nicht tödlich zu stoppen, spricht das zumindest dafür, dass man die Situation als kontrollierbar eingeschätzt hat. Danach trotzdem zu schießen, müsste ziemlich gut begründet werden.
- Dass der Esel freundlich und mit der Flasche aufgezogen wurde, ist emotional relevant für die Besitzerin, aber juristisch nicht automatisch entscheidend. Ein grundsätzlich lieber Esel kann in einer konkreten Situation trotzdem gefährlich wirken.
- Besonders wichtig wäre, ob die Beamten tatsächlich ohne Ankündigung das Grundstück betraten und warum. Sie suchten nachts nach einem vermissten zwölfjährigen Kind – das kann einen erheblichen Handlungsdruck erklären. Es ist aber kein Freifahrtschein, auf jedem Grundstück nach Belieben Tiere zu erschießen.
- Dass der betreffende Beamte freigestellt wurde, bedeutet nicht, dass seine Schuld feststeht. Es ist zunächst eine Maßnahme, um den Vorfall untersuchen zu können.
Und eine Sache macht mich bei solchen Meldungen grundsätzlich misstrauisch: Die Überschrift „verwechselt Hund mit Esel“ klingt spektakulär, während der von dir zitierte Text selbst eigentlich gar nicht behauptet, dass der Polizist den Esel für einen Hund hielt. Er sagt nur, dass die Eigentümerin bzw. der Artikel die Situation so darstellt. Das ist ein ziemlich wichtiger Unterschied.
Kurz gesagt: Ich würde den Polizisten nicht allein aufgrund dieser Meldung verurteilen. Aber wenn die Ermittlungen bestätigen, dass ein sichtbar kleiner, ungefährlicher Esel nach einem kurzen Kontakt mit einem Taser ohne unmittelbare Gefahr für die Beamten erschossen wurde, wäre meine Bewertung ziemlich eindeutig: schlecht gehandhabter Einsatz und möglicherweise nicht gerechtfertigte tödliche Gewalt.
Und ja, „HeeHaw“ ist als Name für einen Esel leider so perfekt, dass man fast vermutet, jemand habe ihn für die Schlagzeile erfunden.
HeeHaw für einen Esel ist aber schon episch.
Ja. HeeHaw ist für einen Esel ungefähr so treffsicher wie „Miau“ für eine Katze. Kreativitäts-Oscar wird dafür keiner verliehen, aber die Namensgebung ist makellos.
Und dann stell dir vor, der Esel heißt offiziell HeeHaw Israel, läuft friedlich über den Hof und irgendwann steht im Polizeibericht:
„Subject approached officers aggressively.“
Bruder. Das Subjekt hieß HeeHaw. Das war bereits die gesamte Zeugenaussage. 😭
Ich finde auch, dass so ein Esel mit dem Namen automatisch eine Persönlichkeit bekommt: kleiner grauer Kerl, leicht beleidigt, grundsätzlich freundlich, aber überzeugt davon, dass jeder Polizeieinsatz durch lautstarkes „HEE-HAW“ effizienter wird.
10/10 Eselname. Keine weiteren Fragen.
Alles muss raus!
Richtiges Entrümpeln ist schwieriger als man denkt. Was muss weg, was soll bleiben? Eine Aufgabe, bei der man sich ganz schön verzetteln kann. Entscheidend sind ein klarer Plan und die nötige Disziplin. ....
Alles muss raus!
Richtiges Entrümpeln ist schwieriger als man denkt. Was muss weg, was soll bleiben? Eine Aufgabe, bei der man sich ganz schön verzetteln kann. Entscheidend sind ein klarer Plan und die nötige Disziplin.
Das Ganze klingt eigentlich nach einer leichten Übung: Dinge aussortieren, wegwerfen, fertig. In der Praxis aber fällt die vermeintlich einfache Arbeit oft schwerer, als man anfangs dachte. Im Bücherregal stößt man auf ein altes Fotoalbum, das einen sogleich in Bann nimmt. Man blättert sich durch die Vergangenheit, und wenn man auf die Uhr blickt, sind zwei Stunden rum. Zu viele Erinnerungen hängen an den Gegenständen, einiges davon könnte man vielleicht ja noch brauchen, manches ist einfach zu schade für den Müll. Wer richtig entrümpeln möchte, braucht deshalb vor allem einen Plan – und ein wenig Konsequenz.
Ein guter Plan
Am Anfang erscheint die Aufgabe oft unüberwindbar. Ist der erste Schritt aber erst einmal gemacht, fällt das Entrümpeln bald immer leichter. Am besten, man beseitigt zuerst – oberflächlich – die allergrößte Unordnung. Danach ist es sinnvoll, Raum für Raum vorzugehen. Anstatt sich alles auf einmal vorzunehmen, konzentriert man sich auf überschaubare Bereiche: eine Schublade nach der anderen, dann den Kasten und anschließend das ganze Zimmer. So bleibt die Sache beherrschbar. In dieser Art geht es weiter, ein Zimmer nach dem anderen, man arbeitet sich kontinuierlich durch das gesamte Haus, die gesamte Wohnung.
Die Guten ins Töpfchen …
Beim Aussortieren hilft oft die einfache Frage: Wird dieser Gegenstand tatsächlich (noch) verwendet? Was seit Jahren unbenutzt im Regal verstaubt, ist ein guter Kandidat fürs Aussortieren. Auch der typische Gedankengang: „Kann ich X irgendwann in Y Jahren eventuell noch brauchen?“ ist ein sicheres Indiz dafür, dass das Teil wegdarf. Und zwar jetzt sofort. Dinge, die mehrfach vorhanden sind, werden ebenfalls kritisch hinterfragt. Braucht es wirklich sieben Schneidebretter oder fünf Wäschespinnen? Eine praktische Methode beim Sortieren ist es, mehrere Kategorien zu bilden: behalten, verschenken, verkaufen, spenden, reparieren und entsorgen. Gut erhaltene Kleidung, Möbel, Bücher und Haushaltsgegenstände können weitergegeben oder verkauft werden. Auf Flohmärkten oder Internetplattformen lässt sich so manches Stück möglicherweise noch zu Geld machen – der Lohn für die harte Entrümpelungsarbeit sozusagen.
Stapel bilden
In jedem Zimmer, durch das man sich arbeitet, bildet man verschiedene Stapel. Einen für alles, was bleiben soll, einen zweiten für das, was entsorgt wird. (Natürlich kann man auch mehr als zwei Stapel machen, um genauer zu unterteilen.) Ist diese Vorauswahl in allen Zimmern getroffen, hat man schon einen guten Überblick. Ist man mit allen Zimmern durch, prüft man das, was man behalten möchte, noch einmal genau. Der Mensch neigt nämlich grundsätzlich dazu, mehr aufzuheben als nötig. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um über den eigenen Schatten zu springen und Ballast abzuwerfen!
Schwieriger wird es bei Erinnerungsstücken. Alte Briefe, Kinderzeichnungen, Fotos oder Souvenirs lassen sich nicht bewerten wie ein kaputter Toaster. Ein Kompromiss: die Sammlung verkleinern, anstatt sie komplett aufzugeben. Ein paar besonders gelungene Zeichnungen dürfen bleiben, Fotos lassen sich digitalisieren, Erinnerungsstücke können fotografiert werden. So bleibt die Erinnerung erhalten, ohne zu viel Stauraum zu beanspruchen.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Entsorgung: Nicht alles gehört in den normalen Hausmüll. Elektrogeräte, Batterien und Akkus, Farben und Lacke, Chemikalien oder bestimmte Baustoffe müssen getrennt entsorgt werden. Auch Sperrmüll darf nicht einfach neben die Mülltonne gestellt werden. Welche Regeln wo gelten, hängt vom jeweiligen Wohnort ab. Gemeinden informieren darüber, wo und wie unterschiedliche Materialien abgegeben werden können. In Wien etwa bietet der Entrümpelungsdienst der MA 48 einen kostengünstigen Abholservice für Sperrmüll an.
Rechtzeitig loslegen
Bei der Organisation und Durchführung einer Haushaltsauflösung ist oft auch die Terminplanung wichtig. Bis zum Ende des Mietvertrags oder dem Verkauf des Hauses müssen alle Räume entrümpelt, gestrichen und in besenreinen Zustand gebracht werden. Man sollte Pufferzeiten einrechnen, bei größeren Wohnungen oder Häusern kann sich eine Haushaltsauflösung über mehrere Wochen ziehen.
Günther Kralicek
Der Artikel hat im Grunde eine erschreckend realistische Erkenntnis: Entrümpeln ist kein logistisches Problem. Es ist ein Verhandlungsproblem mit deinem früheren Ich.
Denn bei jedem Gegenstand beginnt derselbe innere Dialog:
Du: „Brauche ich das?“
Gehirn: „Nein.“
Du: „Dann weg damit.“
Gehirn: „ABER WAS, WENN WIR EINES TAGES EINEN SEHR SPEZIFISCHEN BEDARF AN GENAU DIESEM DING HABEN?“
Du: „Wann?“
Gehirn: „…2037 vielleicht.“
Und schon liegt der alte Kabelsalat wieder in der Kiste.
Ein paar Ratschläge aus dem Text finde ich tatsächlich sinnvoll:
-
Raum für Raum statt die komplette Wohnung gleichzeitig auseinanderzunehmen. Sonst sitzt du nach vier Stunden zwischen 17 offenen Schachteln und weißt nicht mehr, ob du entrümpelst oder eine archäologische Grabung betreibst.
-
Mehrere Kategorien sind besser als nur „behalten/weg“. Verschenken, verkaufen, spenden, reparieren und entsorgen verhindern, dass die „eigentlich könnte man das noch…“-Fraktion alles wieder ins Regal stellt.
-
Erinnerungsstücke anders behandeln. Ein Fotoalbum ist emotional nicht dasselbe wie ein alter Toaster. Wobei manche Menschen offenbar auch zum Toaster eine jahrzehntelange Bindung entwickeln.
-
Digitalisieren kann enorm helfen. Zehn Kisten Kinderzeichnungen müssen nicht zwangsläufig zehn Kisten bleiben.
-
Und der wichtigste Punkt: Nicht alles verkaufen wollen. Der Gedanke „Das könnte noch 15 Euro bringen“ verwandelt deine Wohnung sehr schnell in einen Secondhand-Laden, dessen einziger Kunde du selbst bist.
Bei dem Artikel musste ich allerdings bei einem Satz lachen:
„Was seit Jahren unbenutzt im Regal verstaubt, ist ein guter Kandidat fürs Aussortieren.“
Jahre? Mein lieber Mensch. Das ist bei manchen Haushalten ausgesprochen optimistisch.
Und diese sieben Schneidebretter? Da bin ich sofort bei der Redaktion: Warum besitzt ein einzelner Haushalt sieben Schneidebretter? Was ist da passiert? Gibt es geheime Schneidebrett-Notfälle, von denen ich nichts weiß?
Mein Lieblingsprinzip beim Entrümpeln wäre deshalb:
Wenn du seit Jahren nicht weißt, wofür du es brauchst, aber beim Wegwerfen plötzlich eine hochkomplexe hypothetische Zukunft konstruierst, in der du es dringend brauchst, darf es gehen.
Das Ding hat dann bereits mehr Fantasie in deinem Kopf als praktischen Nutzen in deiner Wohnung.
Am liebsten hören wir die Amsel singen und entspannen uns dabei
NEUE Studie: Vogelgesänge können das Wohlbefinden fördern und zur Entspannung beitragen. Forscher der Universität Tübingen (Deutschland) haben herausgefunden, dass die Amsel – gefolgt von Kohl- und Blaumeise – für uns Menschen am schönsten zwitschert. Die Amsel ist in ganz Österreich verbreitet und an ihrem schwarzen Gefieder und dem gelben Schnabel erkennbar. Amseln können – ähnlich wie wir Menschen – je nach Region in unterschiedlichen Dialekten singen. Das Schlusslicht unter den 30 analysierten Vogelstimmen bildete die Schleiereule: Ihr Ruf gilt als weniger angenehm.
Die Studie bestätigt also wissenschaftlich, was die Menschheit offenbar dringend wissen musste: Amsel gut, Schleiereule eher so mittel. Endlich wird Ordnung ins Chaos gebracht.
Wobei ich die Studie tatsächlich interessant finde – nur die Schlagzeile würde ich etwas entschärfen.
Wenn Vogelgesang Wohlbefinden fördern kann, ist das plausibel. Naturgeräusche können Aufmerksamkeit von Stressoren weglenken und als angenehm oder beruhigend wahrgenommen werden. Interessant ist dabei, dass offenbar nicht jeder Vogelruf automatisch als entspannend empfunden wird.
Und dann kommt die Amsel daher und gewinnt den Schönheitswettbewerb.
Amsel: melodischer Gesang, Sonnenuntergang, Frühling.
Kohlmeise: kleiner Profi, ordentliches Repertoire.
Blaumeise: ebenfalls sympathisch.
Schleiereule: „SCHRIIIIIIIEK“
Menschen: „Nein danke, ich möchte mich entspannen.“
Das ist tatsächlich ein ziemlich guter Hinweis darauf, dass „Naturgeräusch“ nicht gleich „Wellnessgeräusch“ ist. Ein Bachplätschern, Regen oder Vogelgesang wird romantisch verklärt – bis nachts plötzlich eine Schleiereule loslegt und dein Gehirn entscheidet, dass möglicherweise gerade jemand auf dem Dach ermordet wird.
Auch die Sache mit den regionalen Dialekten ist spannend: Amseln können tatsächlich lokale Unterschiede in ihren Gesängen entwickeln. Bei Singvögeln können solche kulturell erlernten Varianten vorkommen. Das heißt, die Amsel im Nachbargarten hat möglicherweise einen stärkeren regionalen Akzent als manche Wiener im Urlaub.
Was ich an der Studie allerdings nicht überinterpretieren würde:
„Menschen finden Amseln schön“ ≠ „Amselgesang ist eine medizinisch wirksame Therapie gegen Stress“.
Das ist genau der Punkt, an dem aus einer interessanten Studie gerne die nächste Wellness-Werbung gebastelt wird:
NEU! 15 Minuten Amsel täglich – für mehr innere Balance!
Dann kostet die App 9,99 € im Monat und liefert dir eine Amselaufnahme aus dem Jahr 2018 in HD.
Dabei ist das Original kostenlos. Sie sitzt vermutlich gerade draußen und singt, während du diese Nachricht liest. Die Natur hat also ausnahmsweise ein ziemlich gutes Geschäftsmodell – nur leider ohne Abo.